Die 58 Schleusen des Göta Kanals

Der Göta Kanal verfügt insgesamt über 58 Schleusen die es ermöglichen mit Booten, die maximal sieben Meter breit und 30 Meter lang sind, den Höhenunterschied des Kanals überwinden zu können und um von Göteborg nach Stockholm, oder umgekehrt, zu gelangen. Für jede Schleusenpassage benötigt eine Schleusenkammer rund 750 Kubikmeter Wasser, was etwa dem jährlichen Wasserverbrauch von vier Villen entspricht..
 
Da jede Schleuse der geografischen Situation angepasst werden musste, sieht jede Schleuse auch anders aus, wobei die Mehrheit unter ihnen sogar ihr ursprüngliches Aussehen behalten hat und aus Gusseisen und Holz besteht, was natürlich auch bedeutet dass sämtliche der Schleusen in der gleichen Werkstadt repariert und, bei Bedarf, auch hergestellt werden müssen, der staatlichen Göta Kanalbolaget in Motala.

Boot beim Schleusen
Foto: Herbert Kårlin

Die Schleusen als solches kann man natürlich das ganze Jahr über besuchen, um jedoch das öffnen und Schließen, sowie die Passage der Boote zu erleben, muss man den Göta Kanal von Juni bis Mitte August besuchen, wobei die Schleusen dann auch nur zwischen neun und 18 Uhr betrieben werden, man aber zudem dort stehen muss wenn auch Boote die entsprechende Schleuse passieren. Bei einer einfachen Schleuse dauert die Passage dann auch nur zwischen sieben und zehn Minuten, während man bei der Schleusentreppe in Berg sogar rund eine Stunde Zeit hat um die Passage zu beobachten.
 
Auch wenn die Schleusentreppe in Berg als die größte Attraktion am Göta Kanal gilt, da hier die Boote an den sieben Schleusentreppen einen Höhenunterschied von nahezu 30 Meter aufweisen, sollte man die Schleusentreppe in Borenshult nicht vergessen, denn hier findet man immerhin noch fünf Treppen, die alle hydraulisch betrieben werden und seit 1970 elektrisch betrieben werden. Bei diesen Schleusen handelt es sich um die einzigen, die auch über zwei Inschriften verfügen, eine mit dem Namen des Baumeisters, die andere mit dem Namen des Arbeitsführers.
 
Unter den 58 Schleusen des Göta Kanals existieren heute nur noch zwei Schleusen die von Hand betrieben werden, wo die Bootseigner auch noch selbst mit anfassen können, oder aber Besucher ihre Kraft zeigen. Eine davon liegt in Borensberg, wobei beide noch bis zum Jahr 1820 zurückreichen und jeweils eine Fallhöhe von 20 Zentimeter aufweisen.

Von Hand betriebene Schleuse
Foto: Herbert Kårlin

Während die erste Schleuse des Göta Kanals in Sjötorp bereits 1817 fertig gestellt war, so konnte die letzte Schleuse bei Mem erst im Jahr 1832 ihren Dienst aufnehmen, eine Schleuse die in Granit erbaut wurde und eine Fallhöhe von drei Metern asufweist. Das kleine Wohnhaus für die Schleusenwärter, direkt an der Schleuse, war erst ein Jahr später bewohnbar. In der Schleusenmauer wurde ein Psalm, allerdings nur teilweise, zitiert.
 
Während Reisegruppen oft nur die Schleusentreppe in Berg zu sehen bekommen, kann man mit dem Fahrrad, oder auch zu Fuß, sehr viele der Schleusen sehr gut erreichen und nicht nur an den Schleusen ein Boot steigen oder sinken sehen, sondern auch den regen Verkehr auf dem Göta Kanal verfolgen.